http://kirchengemeinde-friedewald.de +++ „Gemeinsam singen“ mit Julia Kaiser -> Nächster Termin: Donnerstag 15. August um 19:30 im Gemeindehaus

Weihnachten ist die Geburt eines Kindes. Aber nicht irgendeines Kindes, sondern die Geburt von Jesus Christus. In ihm ist Gott ein Mensch geworden. Das heißt, der große Gott, der Schöpfer von allem, vom Urknall bis zu jedem einzelnen Geschöpf, kam als Baby zur Welt. Er war ein Mensch wie wir alle, von der Windel bis zur Bahre. Mit Freud und Schmerz, mit wachsen und lernen. Und warum das alles? Damit wir Gott kennenlernen. Damit wir lernen können, Gott zu vertrauen und unser Leben ohne Angst und in Kraft zu leben.
Aber warum macht sich Gott so klein? Warum kommt er nicht in aller Herrlichkeit, beseitigt mit einem Schlag das Böse und zwingt uns, gut zu sein?
Die Bibel antwortet von der ersten Geschichte an mit unserer Freiheit. Zur Freiheit sind wir geschaffen. Frei, zu entscheiden. Frei, wir selbst zu sein. Frei, wir selbst zu werden. Und dazu gehört eben auch die Freiheit, falsch zu entscheiden. Fehler zu machen. Nur das läßt auch das Gute etwas Besonderes sein. Nur weil wir auch anders könnten, sind unsere Entscheidungen eigene Entscheidungen. Nur weil wir auch anders sein könnten, sind wir so, wie wir sind, etwas Besonderes, ist jeder Mensch etwas völlig Eigenes, ein unverwechselbares Individuum.
Und die Weihnachtsgeschichte zeigt, daß Gott genau das will. Wir dürfen und wir sollen eine eigene Persönlichkeit entwickeln. Mit Ecken und Kanten, mit Fähigkeiten und Dingen, die wir nicht können. An Weihnachten kommt Gott in diese Welt. Und er kommt als das kleine Kind in der Krippe, als der Heiland des Friedens. Gott zeigt uns damit, wer er ist und was er will:
Er vernichtet nicht das Böse, er stärkt das Gute! Damit gibt Gott uns Raum zum Leben. Damit gibt er uns Verantwortung für uns und diese Welt. Denn das Böse sind ja nicht immer nur die anderen! Und auch das Böse – auch in uns selbst – formt unseren Charakter mit. In der Weise, wie wir uns dagegen stemmen, wie wir es aushalten oder ihm nachgeben. Oft ist es schwer auszuhalten. Manchmal mag man daran verzweifeln. Aber immer wieder können wir erleben, daß Gott Menschen besondere Kraft zukommen läßt, die besonders schwer zu tragen haben. Und Gott läßt das Böse nicht gewähren. Er setzt ihm Grenzen. Nicht durch Gewalt, die vom Himmel kommt und alles zerstört. Sondern indem er das Gute stärkt, indem er Kraft gibt denen, die widerstehen oder zu tragen haben. Indem er Herzen gewinnt durch sein Wort und durch das, was wir erleben.
Er vernichtet nicht das Böse, er stärkt das Gute. Darauf können wir uns verlassen. Und das dürfen wir hören und feiern, wenn es wieder Weihnachten wird – im Kalender oder in unserem Leben.


Pfr. Christoph Rode

   
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